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Sonntag, 27. Juli 2008

Heidelberg

Jetzt waren wir ja fast ein ganzes Jahr weg und wenig hat sich geändert, aber eine wichtige Sache doch: Wir haben ein neues Studiticket! Und da weder Martin noch ich aus der Gegend sind, können wir jetzt zu vielen Städten, in denen wir noch nie waren, umsonst fahren. Eine prima Sache also. Den Anfang haben wir gemacht mit...tadadadaaaa...Heidelberg.
Eigentlich ist es nur eine anderthalbe Stunde Zugfahrt, aber trotzdem haben wir es vorher noch nie dahin geschafft.
Schade, denn die Stadt ist wirklich wirklich wirklich sehenswert.
Ein paar Bilder haben wir also auch gemacht.

Ich finde das ja immer absolut super, wenn sich die ganzen modernen Ketten dem Stadtbild unterordnen müssen und nicht einfach irgendwo neue hässliche Bauten hinsetzen. In Heidelberg ist das absolut gelungen, die Innenstadt sieht einfach nur hübsch und gar nicht nach Ketten-Kaufrausch-Hässlichkeit aus. Und was noch viel besser ist: In den tollen Häusern verbergen sich nicht nur die bekannten Läden, sondern es mischen sich auch gleichermaßen viele nette kleine sympathische Läden dazwischen.
Unser Favorit: Ein richtiger Plattenladen: Vinyl Only. Da haben wir auch gleich Geburtstagsgeschenke gekauft.

Ein Schloss hat die Stadt auch. Aber es war wirklich heiß und das Gewitter stand kurz bevor, wir haben uns dann doch lieber auf den Weg zum Bahnhof gemacht als den Berg zu erklimmen.
Diese ganzen engen Gässchen...so klasse. Und so schief wirkts fast noch besser:)
Das war also ein Tag in Heidelberg, mal sehen was wir noch so alles entdecken.

Sonntag, 30. März 2008

Venedig


Jetzt kommt doch noch mit ein wenig Verspätung der Bericht über part zwei meiner Osterferien: Venedig. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, nur Sonnenschein, leuchtende Farben überall (inklusive dem Wasser) und fantastisches Essen in einer kleinen Trattoria irgendwo in einem Hinterhof in Treviso.
Ich hatte mir Venedig zwar mit viel Wasser vorgestellt, aber so extrem dann auch wieder nicht. In dieser Stadt ist quasi nur Wasser, erwischt man mal einen Fußweg, dann dauert es nicht lang und man steht in einer Sackgasse vor Wasser (zugegebenermaßen war ein wenig Hochwasser, aber trotzdem). Deswegen muss natürlich auch sämtlicher Verkehr übers Wasser: Von Krankenwägen, äh -booten über Polizei und Müllmänner bis hin zu dem Familien-Osterausflug und natürlich die Gondeln nicht vergessend, alles auf dem Wasser.Da gab es zeitweise richtiggehend Stau auf dem Canale Grande.
Jetzt passen natürlich nicht alle Boote auch durch alle Kanäle und da kommen dann die Gondeln ins Spiel. Die sind ja sehr schmal und damit kann man dann auch die Hinterwinkel von Venedig erkunden, aber das haben wir dann doch lieber zu Fuß gemacht.
Besondere Fahrzeuge erfordern auch eine besondere Verkehrsregelung. Natürlich sind an den Einfahrten auch normale Schilder wie Geschwindigkeitsbegrenzungen und Einbahnstraßen angebracht, aber es gibt auch ein paar zusätzliche:
Sehr nett war auch ein Straßenschild in Treviso, das vor Prostituierten warnt: Ein normales dreieckiges Straßenschild mit rotem Rand und auf weißem Grund ist abgebildet eine sehr kurvenreiche Frau im Seitenprofil. Leider hab ich das nur aus dem Bus entdeckt und konnte kein Foto machen, aber vielleicht entdeckt wer von euch ja nochmal eins.
Zum Schluss noch ein paar wenige Klassiker, denn wie immer waren die ja nicht das faszinierendste:
Die Rialtobrücke.
Der Markusplatz.

Mitten in Venedig.

Mittwoch, 26. März 2008

Skiiiiifoan!

Julia und ich waren im Skiurlaub! Versuchen wollten wir uns dieses Mal am Nebel- und am Fellhorn, waren also in Oberstdorf. Und es war Mistwetter. Das heißt, nicht ganz: Die Schneebedingungen waren optimal, jeden Tag Neuschnee und meistens noch nicht präpariert, aber wenn es doch die ganze Zeit schneit, dann sieht man doch nix....Trotzdem hatten wir ein paar tolle Mädelstage und ein paar Bilder gibts natürlich auch:
Wegen dem angesprochenen Mistwetter, waren wir direkt am zweiten Tag schon gezwungen uns für morgens eine Alternativbeschäftigung zu suchen, vor Mittag war selbst im Tal die Sicht so schlecht, dass wir uns für heile Knochen entschieden haben und uns selbst mittags erst noch zu Fuß auf den Berg begeben haben um die Lage zu testen. Es war dann auch tatsächlich besser, wie man sieht, aber die volle Kampfausrüstung war trotzdem leider nötig.
Und dann kam der letzte Tag: Ein Morgen voller Sonne, mit toller Sicht, Neuschnee und so viel Skifahrerspaß, dass es für den ganzen Urlaub gereicht hat!
Das Wetter war dann sogar noch so nett uns den Abschied leicht zu machen. Schon kurz nach Mittag zog es wieder zu und wir mussten so oder so vom Berg.
Und nächste Saison gehts in ein Skigebiet, in dem man nicht so viel laufen muss:)

Dienstag, 5. Februar 2008

200km nördlich des polarkreises und zurück

"What do you study?"
"mechanical engineering", "electrical engineering", "economical engineering", "physics", "mathematics"
Das war wohl die am häufigsten gestellte Frage der Woche, aber eine umwerfende Reaktion auf unsere Antwort haben wir nie bekommen:) Trotzdem charakterisiert das unsere Reisegruppe wohl am besten, fünf technische Studenten auf dem Weg zum Polarkreis und darüber hinaus.
Das erste Ziel war also Kiruna. Wo beim Zwischenstopp in Luleå die Landebahn noch vorbereitet war, war das den Nordlichtern total egal. Die Landung erfolgte auf geschlossener Schneedecke.
In dem Flugzeug waren sage und schreibe 23 Fluggäste und die waren auch noch ganz allein am Flughafen. Das Gepäck lief schon zum zweiten Mal übers Band bis wir mit den Fotos fertig waren....wir sind einfach mitten im Nichts gelandet. Nichtmal einen Flughafenmitarbeiter haben wir zu Gesicht bekommen.
Die Stadt hat sich jedoch wider Erwarten als richtige Stadt entpuppt und zwar gar nichtmal so hässlich!
Direkt am ersten Abend haben wir uns auf die Suche nach Polarlichtern gemacht und hatten tatsächlich Glück. Leider waren sie zu schwach um sie gescheit fotografieren zu können, aber der grüne Schleier am Himmel war nicht zu verkennen. Zugegebenermaßen haben wir aber auch nicht allzulange gewartet, denn am nächsten Morgen ging es ja schon los zur Hundeschlittenfahrt.
Nachdem wir vom Organisator in zusätzliche Kleidung gesteckt worden waren, bekam jeder von uns buchstäblich einen Hund in die Hand gedrückt, den wir dann zum Schlitten geführt haben.
Auf jedem Schlitten hatten zwei bis drei von uns Platz und fünf Hunde haben uns gezogen. Natürlich haben wir den Schlitten auch selbst gelenkt. Die Hunde haben uns auf bis zu 20km/h beschleunigt und einige Kurven waren gar nicht soo einfach! Aber das war einfach unglaublich spaßig und auch die Landschaft im Norden war bemerkenswert, wenn auch nicht unbedingt schön: weite Flächen, verkrüppelte Bäume und alles weiß. Nach der Ankunft in einer kleinen sämischen Hütte wurden ersteinmal die Hunde versorgt, die absolut zutraulich und lieb waren.Dort haben wir dann zu Mittag gegessen und uns dann auch schon wieder auf dem Rückweg gemacht, der zum Teil auch wieder mit dem Schlitten zurückgelegt wurde und zum Teil mit einem Snowmobil, das ich fahren durfte! Da wir aber immer auf einem vorgegebenen und präparierten Weg blieben, war das nicht so schwierig und auch nicht so aufregend.
Am nächsten Tag wollten wir eigentlich eine Tour zur ESA-Raumstation machen, aber unsere Gruppe war nicht groß genug und jegliches Bitten und Betteln und die Erwähnung unserer Studienfächer hat nichts geholfen. Tja, da sind wir eben zum Eishotel.
Die Fotos sind leider nicht sehr spektakulär geworden, da das Hotel von außen im Großen und Ganzen ein einziger riesiger Schneeberg ist. Gegen Abend haben wir dann die Stadt erkundet, die wegen der Ausweitung der Grube in den nächsten Jahrzehnten umgesiedelt werden soll....dass sich das lohnt...Aber natürlich war es schon dunkel und von daher sind auch hier keine verwertbaren Bilder entstanden...Dafür gibt es noch ein paar Eigenheiten des Nordens:Das typische Bild der älteren Dame mit Gehhilfe einmal anders.Und damit sich die guten Autos auch wohlfühlen, werden sie an die Wärme angeschlossen. Fast alle.
Die nächste Station war Sundsvall, das wir mit dem Nachtzug erreicht haben. Ich wollte mir vor allem das nordische Meer dort ansehen, aber mit dem Ergebnis habe ich nicht gerechnet:
Lauter Eisplatten, die bei jeder kleinen Welle geknirscht und geknackt haben und das ganz schön laut. Ansonsten ist Sundsvall ein ganz nettes Städtchen, wir sind dann aber nach dem Mittagessen mit dem Mietwagen Richtung Dalarna aufgebrochen.
Dalarna ist die wie man sagt typischste Gegend Schwedens. Die grünen Hügel und tiefblauen Seen und malerisch hineingestreute kleine Dörfer...bzw. weiße Landschaft überall. Was sehr beeindruckend war. Wir sind über zugefrorene Seen gewandert (was nicht viel Mut erfordert hat, da vor uns ein Auto hergefahren ist, das die Eislaufbahn freigemacht hat).
Der Fluss war allerdings noch offen und fließendes Wasser in verschneiter Landschaft und schneebedeckte Nadelwälder, das war schon besonders schön.
Die tollsten Bilder entstanden auf dem Weg nach Göteborg beim Sonnenuntergang. Da wir in Göteborg hauptsächlich Museen besucht haben und von da aus auch schon wieder nach Hause gefahren sind, gibts jetzt zum Abschluss noch die erwähnten tollen Bilder:





Dienstag, 22. Januar 2008

Zwei Wochen in den USA

Ich glaube, bei so vielen Erlebnissen und Eindrücken ist es bestimmtam besten das Ganze chronologisch anzugehen, ich möchte euch ja nichts vorenthalten. Ich bin also gestartet mit
einem 12-Stunden Flug von Frankfurt nach Los Angeles, was mit einem nicht sehr gut riechenden und nicht wirklich freundlichen Sitznachbarn nicht ganz so spaßig war, aber bei dem Ziel war meine gute Laune gesichert.
Der erste Eindruck von den USA (nach den Zollgeschichten, die wirklich kein Thema waren), waren 7 Stretchlimousinen in anderthalb Stunden während ich auf Martin gewartet habe.
Aber es war ja auch schon später Abend, von daher ging die eigentliche
Reise erst am nächsten Tag los.
Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten in Bezug auf Automietung und Hotelsuche war die erste Station Santa Monica Beach.
Es war tatsächlich warm und die untergehende Sonne am Strand....Das war schon ein netter Anfang. Aber auch das Stadtviertel an sich hat durchaus nette Plätze zu bieten.
Es ist übrigens sehr ungewöhnlich Fußgängerzonen in amerikanischen Städten zu finden. LA ist also auch in dieser Hinsicht was besonderes.
Nach erholsamem Schlaf, der meinen Jetlag dann letztendlich vertrieben hat, haben wir erst einmal unser Auto abgeholt.
Dieses riesige, komfortable und mit allem Schnick-Schnack ausgestattete Auto durfte ich drei Tage lang fahren. Und Martin nicht. Das hat ihn unglaublich geärgert. Aber es war auch gar nicht
schlimm, dass ich gefahren bin: Mit Automatik, Tempomat und Navigationsgerät kann echt jeder fahren. Dazu noch die überdimensionierten Straßen und Parkplätze und die niedrige
Geschwindigkeitsbegrenzung....kein Problem.
Unser Ziel war übrigens der Grand Canyon. Da da aber acht Stunden Fahrt quer durch die Mojave Wüste (und immer an der Route 66 entlang) dazwischenlagen,war erst noch eine Übernachtung eingeplant.
Die hatten wir dann in Williams, einem kleinen Städtchen nahe beim Grand Canyon.Dort lag dann auch Schnee und schön kalt wars, Winter eben. Den Schnee haben wir uns aber aus dem Warmen heraus angesehen, nämlich aus dem outdoor-hottub heraus. Luxus pur.
So erholt und ausgeschlafen stand also der Grand Canyon an. Da möchte ich eigentlich gar nicht viel zu sagen, das war einfach überwältigend. Schaut euch einfach die Bilder an.
Leider konnten wir nicht wirklich zu Fuß herunter, mit Eis und Schnee waren die Wege dann doch zu gefährlich.
Auf dem Rückweg sind wir in einem sehr überladenen aber damit umso tolleren Route 66 Diner eingekehrt. Die Einrichtung war,wie ihr gleich sehen werdet, wirklich originell und im Souvenirshop bin ich fündig geworden. Aber das tollste war die Musik: Es lief die ganze Zeit ein Radiosender mit super 60er Musik. Ich hab dann die Kellnerin nach der Frequenz gefragt, wir sollten ja noch lange im Auto sitzen, aber leider war das ein bezahlter Sender...


Und danach gings auch schon weiter nach Las Vegas, die Straße führt direkt über den Hoover Dam.
Da aber tatsächlich jeglicher Verkehr bis auf LKWs über den Damm geleitet wird, sind davor Polizeikontrollen. Stichprobenartig. Mit uns. Der Polizist wollte aber gar nicht meine Papiere sehen, das war sehr merkwürdig. Er wollte nur einen Blick in den Kofferraum und unter die Motorhaube werfen. Ich glaube, ihm war ziemlich schnell klar, dass wir nichts verstecken, als wir nicht in der Lage waren die Motorhaube zu öffnen und er das am Ende selbst gemacht hat...

Und die Einfahrt nach Las Vegas war einfach beeindruckend, ein riesiges Lichtermeer. Es ist uns nur leider nicht gelungen, das auf einem tollen Foto einzufangen...
Am nächsten Morgen standen dann die typischen Anlaufstellen auf dem Plan, getreu nach den Ocean's Filmen:
Das Bellagio:

Das MGM Grand:
Wir haben übrigens jeder mit drei Dollar einsatz zehn Dollar gewonnen. Nicht schlecht für den Anfang:)
Ein Spaziergang über den Strip mit seinen kuriosen Bauten:


Und natürlich der riesige Brunnen aus dem Finale von Ocean's eleven. Da wird jede Stunde ein Musikstück mit den Fontänen interpretiert, sehr gut gemacht. Und unglaublich hoch, das ist jetzt
hier leider schwer zu zeigen...



Der lange Weg zurück ging dann wieder durch die Mojave Wüste und ich
habe Martin alle Nase lang gezwungen Bilder zu machen.
Ich bin halt doch irgendwie der bessere Beifahrer:)
Und diese tolle Abfahrt haben wir auch noch gefunden:
Wir hatten dann noch einen Tag zurück in Los Angeles, den wir dann in Hollywood und Beverly Hills verbracht haben. Eben die typischen Touristen Sachen: Walk of Fame, Sunset Boulevard, Tour durch die Hügel und Hollywood Sign.
Dieser Schriftzug wurde vor langer langer Zeit von einer real estate Firma aufgestellt um für diese Gründstücke bzw. für diese Stadt zu werben. Hollywood, Santa Monica, usw. waren damals einzelne Städte und hießen noch nicht LA. Um einen kleinen Eindruck über die Größe dieser Stadt zu kriegen: Die Busfahrt vom Flughafen nach Santa Monica dauerte ~45min und von
Santa Monica noch Beverly Hills nochmal ~45 min)
Das lustige an der Breakdance-Crew war, dass wir später in New York noch eine Gruppe gesehen haben, die genau das gleiche Programm draufhatten, also die gleichen Scherze und Sprüche. Vielleicht haben die ne Gewerkschaft oder sowas:)
(Um so einen Stern im Boden zu kriegen muss man zwar berühmt sein,
aber vor allem das nötige Kleingeld haben das zu bezahlen).
Und da wurde Spongebob geboren!!!111einseinself
Jetzt würde ich euch noch gern die Straßenecke zeigen, an der Julia Roberts und Richard Gere sich im Film Pretty Woman zum ersten Mal sehen. Das geht leider nicht, da ich feststellen musste, dass Martin die falsche Straßenecke fotografiert hat.

Abends ging dann auch schon der Flug nach Washington D.C. (im Gegensatz zu Washington, was ein Bundesstaat im Nordwesten der USA ist), wo wir am nächsten Morgen gelandet sind. Dort haben wir natürlich einen Spaziergang durch das Regierungsviertel und an den ganzen Monumenten vorbei unternommen.
Das weiße Haus ist winzig. Zumindest im Vergleich zu der Vorstellung, die ich davon hatte. Das ist wirklich nur ein Haus. Nicht zu vergleichen mit einem von den europäischen Königspalästen
oder so. Einfach ein Haus, mit nem kleinen halbrunden Vorbau und ner Menge Rasen.
Der ständige Protest sah aber dementsprechend auch nicht so gefährlich
aus, wie es die Amerikaner gern darstellen:)
Bezeichnenderweise stehen um das Washington Monument herum ausschließlich amerikanische Flaggen. Bei uns wären es doch bestimmt europäische.
Ja, und das Kapitol.
Wir haben uns dann auch nur einen Tag in Washington aufgehalten und sind weiter nach New York City. Mit dem Greyhound. Auch hier haben wir uns erst einmal an die Standards gehalten:
Fährfahrt nach Staten Island mit Ausblick auf die Freiheitsstatue und die Skyline von Manhattan:


Da wir ja dann schon da unten waren, haben wir auch noch einen kleinen Spaziergang durch den Battery Park gemacht, wo uns Tauben beinahe den HotDog geklaut hätten. Unglaublich schlecht erzogen diese Viechher.
Ground Zero haben wir natürlich auch besucht und da haben sich unsere Eindrücke dann sehr unterschieden. Wo für mich einfach nur eine riesige Baustelle mit nervendem Lärm und typischem Staub-Dreck-Gemisch war, hat Martin tatsächlich etwas damit
anfangen können.
Wir wollten dann abends noch hoch aufs Empire State Building, aber das war uns zu teuer...Stattdessen sind wir Richtung Time Square gegangen
wo dann Verkäufer von den verschiedenen Shows (vor allem stand up comedy) billigere Karten für den gleichen Abend verkaufen. Wir haben dann das Angebot für eine Standup comedy angenommen, glücklicherweise. Wir sind also in einem kleinen gemütlichen Club mit Zweiertischen und kleinen Lampen auf jedem Tisch gelandet und haben im Durchschnitt
durchaus guten Comedians zugehört.
Also ich weiß ja nicht, ob ich Respekt vor einem Polizisten hätte, der
in so einem Klapperding vorfährt....
In New York City haben wir dann sonst noch die 42nd Street gesehen, waren ein wenig shoppen, in einem gigantischen Kino und haben Manhattan im Endeffekt weitestgehend erlaufen. Weitere Stadtteile haben wir dann sein lassen, Manhattan soll ja auch der typischste sein.
Wir sind die meiste Zeit mit der Subway gefahren und in den größeren Stationen war eigentlich immer interessante und wirklich mitunter gute Straßenmusik zu hören. Wir sind dann auch oft
stehen geblieben. Sehr beliebt waren Schlagzeuger, die auf Plastikeimern und Schüsseln gespielt haben, das sah man dann häufiger, mal mit Band, mal ohne.
Mit einer weiteren Show am Abend haben wir dann New York hinter uns gelassen und sind mit dem Greyhound über Nacht weiter nach Buffalo. Dort waren wir dann morgens um halb sieben und haben zuerst einmal gefragt, wann denn der nächste Bus nach South Bend fährt. Die Antwort war zwei Uhr und so haben wir beschlossen die Niagara Fälle eher im Schnelldurchlauf zu besichtigen und nicht bis nachts um zwölf zum nächsten Bus zu warten.
Ich fand die Fälle jetzt gar nicht soo beeindruckend, was aber vielleicht auch daran lag, dass wegen Winterzeit alles geschlossen war. Man konnte keine Bootstour machen, man konnte nicht
den Weg hinter die Fälle nehmen,sogar die Geschenkebuden waren zu. Solltet ihr auch einmal dorthin kommen, machts nicht im Winter. Von der kanadischen Seite sollen sie noch ein
wenig beeindruckender sein, aber da durften wir ja durch Martins fehlendes Visum nicht hin. Ein wenig verdorben hat die Aussicht auch die Bebauung der kanadischen Seite. Die Hoteltürme und Hochhäuser passen dann doch nicht so zum Naturwunder.
Wir haben es dann tatsächlich pünktlich zurück nach Buffalo geschafft, aber in der Zwischenzeit hatte es einen Schichtwechsel am Ticketschalter gegeben und der neue Mitarbeiter hat uns erklärt, dass zwar ein Bus um zwei fahren würde, der hätte aber knapp zwölf Stunden Aufenthalt in Cleveland...Das wollten wir ja dann auch nicht. Nachdem wir herausgefunden hatten, dass auch der nächste Zug erst nachts um zwölf fahren würde, haben wir uns dann noch
ein wenig Buffalo angesehen und sind dann raus zum Bahnhof gefahren (eine knappe Stunde lang, weiß Gott warum sie da den Bahnhof hinbauen).
Dafür war der Nachtzug dann aber sehr bequem: Man konnte das Gepäck einchecken, ist von einem Schaffner zum Platz gebracht worden und die Sitze waren so weit auseinander, dass sogar Martin seine Beine ausstrecken konnte und man den Sitz ganz zurück lehnen konnte ohne den Hintermann zu stören. Man hat dann so eine kleine Karte ans Gepäckfach gesteckt wo draufstand wo man hinfährt, dass man auch nicht früher geweckt wird. Sehr gutes System
bis auf die geringe Geschwindigkeit des Zuges.

Ja, dann waren also auch schon in South Bend und damit bei Martins Uni. Da ihr die Bilder aber ja schon alle kennt, endet der Reisebericht hier. Nur noch ein paar kleine allgemeine Sachen habe
ich hinzuzufügen:

1) Seit dem elften September kann man in den USA in öffentlichen Gebäuden kein Gepäck mehr lagern...sehr ärgerlich und umständlich, wenn man mit dem Rucksack unterwegs ist.

2)Es gibt kaum schöne Postkarten aus New York, weil sie überall die Zwillingstürme noch einzeichnen.

3)Das Essen ist gewöhnungsbedürftig. Ich habe es die ersten Tage gar nicht vertragen, weil es einfach so unglaublich fett ist.

4)Die Leute sind sehr nett, wenn man nach Informationen fragt. Leider bekommt man auch Antworten, wenn derjenige sie eigentlich gar nicht wusste. Derartige Inkompetenz hat uns einiges an Weg auferlegt.

5)Die USA ist kein Land, dass sich ohne Auto gut bereisen lässt. Die öffentlichen Verkehrssysteme sind eher schlecht organisiert und ohne Ortskunde ist es quasi unmöglich fehlerfrei von A nach B zu kommen.

6)Man kann seit dem elften September nicht mehr auf die Freiheitsstatue rauf.

7)Starbucks ist wirklich an jeder Ecke.

8)Eine echte Levi's kostet gerade mal 30Euro.

9)Ein Amerikaner versteht mich nicht wenn ich die Uhrzeit mit quarter to/past angebe. Einfach die Zahlen sagen.

10)Es gibt quasi nur Ketten in den USA. Man muss nach kleinen Familienbetrieben mit der Lupe suchen.

11)Man kann alles per drive-in machen: Von der Apotheke bis zur Bank oder einfach nur einen Kaffee, alles kein Problem.

12)Es ist schwierig natürliche und gute Lebensmittel zu kaufen. Zum Beispiel Butter: Wir haben in keinem Hotel richtige Butter bekommen, obwohl wir durchaus auch in guten Hotels waren. Immer nur irgendwelche chemischen Ersatzstoffe, die viel cremiger/kalorienarmer/gelber/geschmacksintensiver/...waren.

13)Free-refill ist wirklich eine tolle Sache wenn man unterwegs ist und noch dazu ist das Konzept sehr verbreitet.

14)Die Greyhound Busse haben ein first-come-first-serve System. Man kauft also ein Ticket, aber nur die ersten 55 Leute kommen auch in den Bus. Gerade bei so Bussen wie dem nachts um zwölf nach South Bend ist das risikoreich und das hat dann auch zum Zug geführt. Keine Ahnung, wieso man so ein System beibehält und damit auch noch durchkommt. Weil erstattet wird
das natürlich nicht.